Chronik

_Dunkelrot gefettete Wörter = Weiterführende Links

3.5.2024 „Ansonsten gehört das generische Maskulinum in unserem Angebot der Vergangenheit an“, schreibt der Hessische Rundfunk auf seiner Website. Der Sender nimmt für sich in Anspruch, „alle Menschen in Hessen“ anzusprechen und die „Vielfalt Hessens“ in seinem Angebot sprachlich abzubilden. Er behauptet, dass sich „viele Menschen“ durch das generische Maskulinum nicht mehr „repräsentiert“ fühlten. Das Statement des hr haben wir zum Anlass genommen, einen offenen Brief an den Intendanten Florian Hager versenden.

Diesen Brief haben wir allen Unterstützern dieses Aufrufs zukommen lassen. Unsere Unterstützerin Ingrid Sturm hat dies zum Anlass genommen, Herrn Hager ebenfalls einen Brief zu schreiben, dessen Lektüre wir Ihnen sehr empfehlen können. Sie hat auch bereits vom hr eine Antwort erhalten. Der hr antwortet in solchen Fällen immer sehr schnell. Diese beachtliche Geschwindigkeit ist darauf zurückzuführen, dass der hr nie konkret auf die Beschwerden seiner “Zuhörenden” und “Zuschauenden” eingeht, sondern einfach einen vorgefertigten Brief aus der Schublade versendet.

12.3.2024 So unausgewogen berichten ARD und ZDF übers Gendern. Artikel von Stefan Beher und Fabian Payr. “Der Medienstaatsvertrag verpflichtet die Sendeanstalten zu Objektivität und Unparteilichkeit in der Berichterstattung. Beiträge zum Thema Gendersprache sind jedoch oft unausgewogen und dienen vorrangig der Legitimierung öffentlich-rechtlicher Sprachpädagogik. Unsere Autoren haben über einen Zeitraum von drei Jahren Fernseh- und Radiosendungen zum Thema „gendergerechte Sprache“ analysiert, besonders solche mit wissenschaftlichem Schwerpunkt.”

4.3.2024 hessenschau.de bekennt sich zur Nutzung gendergerechter Sprache: “Ansonsten gehört das generische Maskulinum in unserem Angebot der Vergangenheit an”.

15.12.2023 Der Rechtschreibrat lehnt Genderzeichen weiterhin ab. Die ZEIT berichtet über die Sitzung des Rats vom 15.12.

9.12.2023 Das Netzwerk Sprachkritik fordert die Rundfunkräte des ÖRR in einem offenen Brief erneut auf, einen kritischen Blick auf die Genderpraxis der Sender zu werfen. “In den letzten Jahren ist eine intensive wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Phänomen der „gendergerechten Sprache“ zu beobachten. Die von der feministischen Linguistik formulierten Thesen zur diskriminierenden Natur des generischen Maskulinums und zur gleichstellungspolitischen Wirkmacht von Sprache können mittlerweile als widerlegt gelten.” Die WELT berichtet.

9.12.2023 Der Aufruf linguistik-vs-gendern.de findet im SPIEGEL Erwähnung.

21.11.2023 Die Zahl von 1000 Unterzeichnungen in der Liste Linguisten/Literaturwissenschaftler wird erreicht.

12.11.2023 Das Netzwerk Sprachkritik wendet sich in einem offenen Brief an den Rechtschreibrat. “Wir bitten den Rat mit großer Dringlichkeit, sich auf seine Kernaufgaben zu besinnen. Er würde als Institution beträchtlich an Autorität und Glaubwürdigkeit einbüßen, wenn er sich zum willigen Diener des Zeitgeistes machte und politischen Aktivisten die deutsche Orthografie als Verfügungsmasse für Schreibexperimente überließe.”

29.8.2023 Schmutzige Waffen im Sprachkampf. “Die Befürworter des Genderns gehen ihre Kritiker mit persönlichen Angriffen an. Das reicht bis zum Vorwurf der Zwangsstörung.” Artikel von Fabian Payr aus der FAZ vom 29.8.23.

23.8.2023 Der Genderstern ist beim Schweizer Radio und Fernsehen nicht mehr erwünscht – Der SRF passt derzeit seine publizistischen Leitlinien an und will beim Gendern “zurückhaltender” werden.

1.8.2023 Es ist eine seit langem beliebte Strategie von Genderbefürwortern, Kritiker als „rechts“ zu markieren. Im Spiegel äußert Kolumnist Sascha Lobo die Vermutung, dass sich hinter der Kritik am Gendern konservative Fragilität verberge.

Eine Initiative von Sprachwissenschaftlern kritisiert die sächsische CDU, da sie ein Verbot bestimmter Gender-Schreibweisen an Schulen verhängt hat. Die Wissenschaftler „warnen vor der Aushöhlung der Demokratie durch die Verstärkung rechter Diskursstrategien“. Sie sind der Auffassung, die CDU übernähme zunehmend „sprachliche Strategien der AfD” und kopiere immer weniger unterscheidbar ihre Positionen. Die Stellungnahme der Wissenschaftler ist in sich widersprüchlich: Einerseits wird das “Verbot” durch das Kultusministerium kritisiert, andererseits werden Gebote gebilligt: “Natürlich dürfen Institutionen – Ämter, Ministerien, aber auch Unternehmen, Vereine und Redaktionen – für die eigenen Akteure Sprachempfehlungen und -richtlinien formulieren.”

31.7.2023 Der hessische Rundfunk bietet für Lehrer an Schulen eine kostenpflichtige Fortbildung zum Thema Gendern an. Ausschreibungstest: “Der Vortrag stellt vor allem folgende Fragen: Wie gehen Medien mit geschlechtersensibler Sprache um? Und welche Aufgabe kommt Journalist*innen und Lehrer*innen dabei zu?”

10.7.2023 Eine ausführliche Würdigung erfährt dieser Aufruf in einer neuen Monographie des Sprachwissenschaftlers Prof. Eckhard Meineke: Studien zum genderneutralen Maskulinum.

6.6.2023 Wir verschicken einen offenen Brief an rund 450 Fernsehräte. Darin heißt es unter anderem: “Der ÖRR stiftet mit seinem Sprachgebrauch beachtlichen sozialen Unfrieden und schwächt damit zugleich seine wichtige Rolle in einer freien und unabhängigen Medienlandschaft, die eine ganz wesentliche Säule unserer Demokratie ist. Für die “gendersensible” Umgestaltung der Sprache gibt es keinerlei demokratische Legitimation. Wer den vielfach eindeutig zum Ausdruck gebrachten Willen der großen Mehrheit der Sprachgemeinschaft missachtet, um den eigenen – vorgeblich geschlechtergerechten – Soziolekt durchzusetzen, verhält sich undemokratisch.” Über die Aktion berichten: Welt, Cicero, Berliner Zeitung.

27.5.2023 Nach wie vor versenden die Rundfunkanstalten Standardschreiben an alle, die sich kritisch zum Thema Gendern äußern. Hier ein aktuelles Beispiel (ARD). Die Argumente pro Gendern sind hierbei seit Jahren die gleichen (angeblicher Sprachwandel, Behauptungen vom Einfluss von Grammatik auf das Denken, das generische Maskulinum sei angeblich nicht inklusiv).

24.5.2023 Die Geschäftsstelle der ARD-Gremienvorsitzendenkonferenz (GVK) antwortet uns auf unser Schreiben vom 7.8.2022. Das Tempo der Bearbeitung ist beachtlich. Das Schreiben suggeriert, Befürworter und Kritiker des Genderns hielten sich zahlenmäßig die Waage. Tatsächlich lehnt rund 80% der Bevölkerung Gendern ab.

21.4.2023 Wut über den Sprachverlust: Warum die Genderkritiker sich ausgeliefert fühlen. Artikel von Fabian Payr in der FAZ. “Viel wird in der Kontroverse über die Emotionen derjenigen gesprochen, die sich vom etablierten Sprachgebrauch nicht „angesprochen fühlen“. Die Gefühle derjenigen, die das generische Maskulinum nach wie vor als inklusive Form lesen und sich von den politisch motivierten Sprachmodifikationen vor den Kopf gestoßen fühlen (eine große Mehrheit in unserer Sprachgemeinschaft) haben hingegen bislang wenig Aufmerksamkeit erhalten.” Dieser Artikel führte zu Hunderten von Unterzeichnungen dieses Aufrufs.

5.4.2023 Zwei Journalistinnen der ARD hatten Skrupel, das in ihren Augen Diskriminierungspotenzial bergende Wort “Mutter” zu verwenden und ersetzten es in einem Beitrag über ein geplantes Familienstartzeitgesetz durch die Begriffe “entbindende Person” und “gebärende Person”. Nach Zuschauerprotesten änderte die ARD wieder ihre Wortwahl. Hierzu: NZZ, FAZ. Die NZZ schrieb: “Der Lapsus der «Tagesschau» wäre vernachlässigbar, stünde er nicht exemplarisch für eine postmoderne Denkschule, die im Eifer, besonders inklusiv zu sein, längst maximal exklusiv wirkt und weite Teile der Gesellschaft vor den Kopf stösst.” Die Ideologie, die hinter derlei Wortächtungen steckt, ist die gleiche, die das generische Maskulinum pauschal als diskriminierende Form wertet.

28.3.2023 Artikel von Von Helmut Hartung in der FAZ: Kritik bleibt ungehört: Die Sender gendern weiter

21.3.2023 Matthias Heine berichtet in der WELT über den Aufruf: Das Ministerium und die Denunziation der 500 „Antifeministen“ “Wissenschaftler haben einen Aufruf gegen Gendern unterzeichnet. Bei einem vom Familienministerium geförderten Meldeportal hält man das für „Antifeminismus“. Es wird über geheime Geldgeber spekuliert und vom „rechten Spektrum“ geraunt (…) Die Amadeu-Antonio-Stiftung weist in ihrer Antwort ebenso wie das Ministerium den Vorwurf der Denunziation zurück. Man begreift gar nicht, dass schon die bloße Nennung von legitimen Aktivitäten in einem Atemzug mit Gewalt und Hassrede eine Denunziation ist.” Kritik an Gendersprache wird seit langem von ihren Befürwortern schon als “rechts” etikettiert. Das Denunziantenportal der Amadeu-Antonio-Stiftung ist ein besonders perfides Beispiel für diese Strategie.

17.3.2023 Im letzten Jahr wurde dieser Aufruf gegen die Nutzung “gendergerechter Sprache” im öffentlich-rechtlichen Rundfunk (ÖRR) ins Leben gerufen. Inzwischen haben mehr als 500 Sprachwissenschaftler und Philologen den Aufruf unterzeichnet. Der ÖRR hat dieses klare Votum bislang sowohl in der Sache als auch in der Berichterstattung weitgehend ignoriert: Pressemitteilung

9.3.2023 Links, belehrend, staatsnah: ARD und ZDF brauchen dringend eine Reform. Kommentar von Alexander Kissler in der NZZ.

5.3.2023 Die Initiative „Wissenschaftler kritisieren Genderpraxis des ÖRR“ steht unter Beobachtung der Amadeu-Antonio-Stiftung, die ein Meldeportal für „antifeministische Vorfälle“ betreibt. In einem in der ZEIT veröffentlichten Streitgespräch mit Ex-Familienministerin Kristina Schröder, die unseren Aufruf unterzeichnet hat, sagt Judith Rahner, die Initiatorin dieser Plattform: „Aber natürlich schauen wir uns auch diese Kampagne an, wer da mitmacht und wer sie bezahlt. Das sind für uns wichtige Hintergrundinformationen. Denn nicht nur im rechtsextremen Spektrum, auch in anderen Spektren (…) gibt es Leute, die über das Ticket ‚Gender‘ versuchen, die Gesellschaft nach ihren Vorstellungen umzugestalten. Darunter sind Demokratiefeinde, die Frauen zurück an den Herd wünschen.“ Ein klassisches Argument: Genderkritiker werden als “rechts” markiert.

1.3.2023 Am 22.2.2023 haben wir einen Brief an das Familienministerium geschickt, in dem wir uns kritisch mit der neu eingerichteten Website antifeminismus-melden.de auseinandersetzen. Unter anderem werden auf dieser Website Kampagnen gegen geschlechtergerechte Sprache als “antifeministisch” klassifiziert. Am 28.2.23 erreichte uns eine Antwort des Ministeriums.

18.2.2023 Aus dem Sein folgt kein Sollen. Ein Gespräch mit der Linguistin Carolin Müller-Spitzer. Interview von Jeanne Wellnitz. In dem Interview wird auch auf diesen Aufruf eingegangen.

14.2.2023 Studentenparlament der FU Berlin: Wer nicht gendert, darf nichts beantragen . Im Studierendenparlament der Freien Universität Berlin (Stupa) sind alle Mitglieder dazu verpflichtet, Anträge in “gendersensibler” Sprache einzureichen.

9.2.2023 Im Auftrag des WDR hat infratest dimap eine Umfrage zum Thema Gendern durchgeführt: Für 62% der Befragten ist Gendern weniger wichtig bis gar nicht wichtig, lediglich 36% der Befragten schätzen Gendern als wichtig oder sehr wichtig ein. Die Umfrage wird den Medien unterschiedlich bewertet: WDR, WDR, WELT, Berliner Zeitung, BILD, Merkur, Stuttgarter Nachrichten, Fokus. Der MDR fühlt sich durch die Umfrage in seiner Nutzung der Gendertechnik Beidnennung (Schüler und Schülerinnen) bestätigt. WDR-Chefredakteur Stefan Brandenburg möchte weitergendern und fordert einen “Mittelweg”: “Wenn ich darauf setze, dass ein solcher Mittelweg funktioniert, dann auch, weil ich an eine alte Tugend glaube: Dass es ein Gewährenlassen anderer Überzeugungen noch gibt. Frau und man nennt es Toleranz. Denn auch wenn wir es nicht jederzeit jeder und jedem Recht machen können: Wir sind für alle da.”

5.2.2023 Auf der vom deutschen Familienministerium mit jährlich 150.000 Euro geförderten Website antifeminismus-melden.de besteht die Möglichkeit, “antifeministische Vorfälle” zu melden. Dazu zählen die Seitenbetreiber auch “organisierte Kampagnen gegen geschlechtergerechte Sprache.” Kommentare zu dieser Website: Spiegel, Welt. Infos vom Familienministerium.

4.2.2023 Und so begründet der seine “Zuhörenden” duzende Deutschlandfunk seine Genderpraxis. “Wir beobachten diese Diskussion, aber sind nicht ihr erster Motor. Wir teilen die Haltung, dass Sprache möglichst nicht diskriminieren soll, aber sind nicht die Ersten, die neue Formen entwickeln oder durchsetzen. Gleichzeitig müssen wir als öffentlich-rechtlicher Rundfunk sehr verantwortungsvoll mit unserer Sprache umgehen.”

27.1.2023 So antwortet der Bayerische Rundfunk auf kritische Zuhörerpost: “Das Ziel des Bayerischen Rundfunks ist die Verwendung einer geschlechtergerechten und diskriminierungsfreien Sprache.” Hier die BR-Direktiven.

10.12.2022. Fabian Payr. Streit ums Gendern: Wie falsche Erzählungen die Karriere des Genderns beförderten. Berliner Zeitung. Der Artikel befasst sich mit Narrativen rund um das Gendern und zeigt auf, wie geschickt und effektiv Sprachaktivisten Geschichten zur Propagierung von “geschlechtergerechter Sprache” einsetzen.

8.12.2022 Philipp Fess: Gendern im ÖRR: Vertragsbruch gegenüber den zahlenden Zuschauern? Telepolis.

5.12.2022: Fabian Payr: Gendersender. “Rund 350 Sprach- und Literaturwissenschaftler haben einen Aufruf unterzeichnet, der die Gendersprache im öffentlich-rechtlichen Rundfunk kritisiert. Auf eine inhaltliche Einlassung der Anstalten warten wir bis heute.” Ein Gastbeitrag in der FAZ.
Zwei Tage später kommentiert, ebenfalls in der FAZ, der Journalist, Lyriker und ehemalige SWR-Intendant Peter Voß: “Nicht ohne Beklemmung muss ich mir eingestehen, dass der Beitrag „Gendersender“ von Fabian Payr mich be­eindruckt und zum Besten gehört, das ich bisher zur Genderei in den Me­dien gelesen habe.” Zum Artikel: Was für ein Aberglaube
Es lohnt sich auch die Lektüre der Leserbriefe zum “Gendersender”-Artikel. Gerd Schalow schreibt beispielsweise: “Für mich ist die Gender-Kunstsprache völlig fremd und ich fühle mich daher von der Kommunikation der ÖRR ausgeschlossen. Damit ist dieses Ziel des WDR nicht erreicht: ‘Uns allen ist wichtig, dass … wir niemanden aus unserer Kommunikation ausschließen.’”

19.11.2022 Gisela Zifonun: Sprachvorschriften sind ein Eingriff in die individuelle Meinungsfreiheit. Nebelspalter. “Ich bin überzeugt, dass sich das Gendern nicht durchsetzt. Im Sprachgebrauch gelten die Prinzipien der Ökonomie und des gesunden Menschenverstands, der auf sprachlicher Reflexion beruht und nicht auf Sichtbarmachung vor einem geistigen Auge.”

9.11.022 Streitfall Gendern – der Krieg ums Sternchen. Film von Claus Hanischdörfer. SWR. Interviews u.a. mit Fabian Payr, Simone Burel, Josef Lange (Rechtschreibrat), Petra Gerster.

5.11.2022 Der Linguist Peter Eisenberg bewertet in einem Artikel in der WELT die Genderpraxis des ÖRR als “Anschlag auf die Einheitssprache”: Zitat: “Die Verwendung des Sterns ist unübersehbares Anzeichen dafür, dass der Sender die Spaltung der deutschen Standardsprache mit betreibt.” Der Anschlag des öffentlich-rechtlichen Rundfunks auf die Einheitssprache . Eisenberg: “Die für informationelle Grundversorgung aller Teilnehmer zuständigen Sender haben sachlich korrekt und standardsprachlich zu formulieren. (…) Sie dürfen dies (…) nicht in einer vom Standard abweichenden, ideologisch aufgeladenen Sprache tun, deren Gebrauch dem Auftrag der Sender zuwiderläuft.”

20.10.2022. Antwortschreiben des MDR nach Kontaktaufnahme mit der Intendanz. Vermutlich zu großen Teilen ein Standardschreiben. Dort heißt es: “Uns ist es wichtig, dass wir niemanden aus unserer Kommunikation ausschließen und sich alle Menschen von unseren Angeboten angesprochen fühlen.”

10.10.2022 Protest ohne Wirkung / Dax-Konzerne halten an Gender-Praxis fest. Pressemitteilung des prmagazins: Remagen (ots) – “Die Dax-Untenehmen wollen ihre derzeitige Gender-Praxis beibehalten. Das ergab eine Umfrage, an der 21 der 40 Unternehmen aus dem deutschen Leitindex teilnahmen. Anlass der prmagazin-Erhebung war der Protestaufruf von Linguisten und Philologen gegen die Gender-Praxis im öffentlich-rechtlichen Rundfunk (ÖRR), der ein lautes Medienecho auslöste (https://www.linguistik-vs-gendern.de). Seit Juni schlossen sich mehr als 320 weitere Wissenschaftler und über 550 zusätzliche Unterzeichner dem Aufruf an.”

8.10.2022 Der Sender 3sat berichtet in der Doku Krieg der Sternchen über den Aufruf. Der ehemalige Moderator des Heute Journals Claus Kleber sieht hier eine “Sprachpolizei” am Werk.

28.9.2022 Der Bayerische Rundfunk wirbt in der Sendung RESPEKT
Diskriminiert Gendern?
für die Nutzung gendergerechter Sprache.

23.9.2022 Der Stern des Anstosses. Artikel aus dem Kulturteil der Allgemeinen Zeitung (Mainz)/Wiesbadener Kurier. Statements von Fabian Payr und Damaris Nübling. Nübling über den Aufruf: “Die aktive Linguistik befindet sich ganz woanders und hat da auch nicht unterschrieben.” Der Aufruf sei “unterkomplex”, da er neben den Kategorien Genus und Sexus die Kategorie Gender nicht einbinde.

22.9.2022 ZDF-Chefredakteur Frey : Genderstern ist wohl nicht das Ende der Diskussion. FAZ. Frey: „Was uns unterstellt wird, nämlich dass wir in erzieherischer Absicht auf das Publikum einwirken, entspricht überhaupt nicht der Wirklichkeit.“

16.9.2022. Die Intendanz des ZDF ist nach wie vor nicht bereit, sich mit dem Aufruf auseinanderzusetzen. Es macht für das ZDF offensichtlich keinen Unterschied, ob ein einzelner Zuschauer einen kritischen Brief schreibt oder ob dem Sender ein vielfach rezipierter und kommentierter öffentlicher Aufruf zugeht, der von über 300 Sprachexperten unterzeichnet wurde. Heute erhielt ich das Standardschreiben, das das ZDF momentan für alle Genderkritiker in der Schublade hat. Mit diesem Schreiben hatten wir uns schon kürzlich kritisch auseinandergesetzt. In dem Schreiben heißt es: „Sie werden sicherlich verstehen, dass Herr Dr. Norbert Himmler angesichts seiner vielfältigen Verpflichtungen nicht persönlich antworten kann.“ Nein, das werde ich nicht verstehen.

16.9.2022 Seit 2020 gibt es im ZDF einen aktualisierten internen Leitfaden für die Nutzung gendergerechter Sprache. Meine Bitte um Aushändigung des Leitfadens wird abschlägig beschieden: “Da es sich um ein internes Dokument handelt, kann ich Ihnen leider nicht weiterhelfen.”

13.9.2022 Jeanne Wellnitz: Warum es nicht „Gendersprache“ heißt. Auf genderleicht.de. Bezugnahme auf den Aufruf.

13.9.2022 Markus Lanz. Friedrich Merz (CDU) zum Thema Gendern im ÖRR (gleich zu Beginn).

12.9.2022 Sprache hat nicht die Funktion, Gerechtigkeit abzubilden. Interview mit der Sprachwissenschaftlerin Prof. Katerina Stathi über das Gendern. Newsportal Westfälische Wilhelms-Universität Münster. Stathi: “Natürlicher Sprachwandel ist nicht abrupt, er braucht Zeit. Und Sprachwandel wird nicht verordnet – genau das ist aber bei der Genderpraxis der Fall. (…) Diese Praxis gibt es in bestimmten Kreisen, etwa in manchen Medien, der Politik und in akademischen Gruppen. Aber wenn Sie den Menschen auf der Straße zuhören, dann ist das generische Maskulinum nach wie vor der Normalfall. (…) Und es stimmt mich zudem bedenklich, dass wissenschaftliche Argumente ausgerechnet an vielen Bildungsinstitutionen keine Rolle mehr spielen.”

12.9.2022 Am 7.8.2022 hatte ich den Aufruf an alle Räte des ZDF-Fernsehrates geschickt. Bis heute kam eine einzige Rückmeldung. Diese stammt von Reinhard Klimmt. Er sagte zu, unser Anliegen im Rat einzubringen.

9.9.2022 Bei Merz‘ Frontalangriff gegen öffentlich-rechtliche Gendersprache bebt die Halle. WELT. Der Bundesvorsitzende der CDU Friedrich Merz greift beim CDU-Parteitag das Thema dieses Aufrufs auf. Merz: „Institutionen wie diese müssen Regeln akzeptieren. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk und Universitäten sind keine Volkserziehungsanstalten, sondern haben einen staatlichen Bildungsauftrag. (…) Halten Sie sich bitte an die Regeln zur Verwendung der deutschen Sprache, der Sprache von Goethe und Schiller. Privat können Sie tun und lassen, was Sie wollen.“

8.9.2022 “Zuschauende”, die dem ZDF kritische Post zum Thema Gendern schicken, erhalten derzeit diese Standardantwort.

7.9.2022 Alle Intendanten des ÖRR wurden angeschrieben und um inhaltliche Stellungsnahme zum Aufruf gebeten.

6.9.2022 Ingo Way: Gerechte Sprache, schwere Sprache. Artikel im Cicero (Bezahlschranke). Aufruf wird zitiert.

5.9.2022 Der Fernsehsender 3sat fragt wg. eines Interviews an – es soll über den Aufruf berichtet werden (Ausstrahlung: 8.10.2022/19:20).

3.9.2022 Gendern = Sprachplanung? Zur Kritik am ÖRR. BR/in der Reihe “Sozusagen”. Interview mit Prof. i.R. Franz Lebsanft zum Aufruf. Lebsanft bezeichnet Gendern als “Sprachplanung ohne Konsens der Sprachgemeinschaft” und kritisiert auch den hausinternen Genderleitfaden des ZDF. (Leitfaden von 2009).

31.8.2022 Nichtgendern wird als “queerfeindlich” bezeichnet. Aktionsplan von Sven Lehmann, dem Queerbeauftragten der Bundesregierung (Ideologische Begründungen zur staatlich betriebenen umfassenden Implementierung von Gendersprache in der Gesellschaft). Hierzu auch SPIEGEL

28.8.2022 Ist gendern links? Artikel von Ralf Vogel/Professor für germanistische Linguistik an der Universität Bielefeld. Aus dem Beitrag: “…und plötzlich verwandelt sich die gemeinsame Sprache von einem Allgemeingut quasi zum Eigentum einer selbsternannten „sprachsensiblen“ Sprachelite, die künftig über richtig und falsch in der Sprache bestimmt. (…) In dem Moment aber, wo diese spielerische Praxis den politischen Raum betreten hat, war alle Unbefangenheit dahin. Das Gendern wurde zu einem sprachlichen Parteiabzeichen. (…) Wenn es wirklich so wäre, dass wir uns bei der Verwendung generischer Maskulina ständig missverstehen, dann wäre uns das längst aufgefallen. Es gibt keinerlei Anhaltspunkte aus der Beobachtung der tatsächlich stattfindenden Kommunikation, dass dem so wäre.”

23.8.2022 Robert Sedlaczek: Die öffentlich-rechtlichen Medien in der Gender-Kritik. Wiener Zeitung

23.8.2022 Die Unterzeichnerzahl (Linguisten/Philologen) ist auf rund 300 gestiegen.

22.8.2022 Staatsminister Rainer Robra (CDU) in der FAZ: Beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk ist der Wurm drin. “Einrichtungen, die von allen zwangsfinanziert werden, sollten bei wichtigen, aber in der Gesellschaft umstrittenen Themen nicht immer an der Spitze stehen wollen, sei es in der Sprachpflege, im Umgang mit Diversitäten oder beim Durchbrechen sittlicher oder moralischer Schranken. Wie viel davon verträgt der normale Bürger? Wenn ARD und ZDF ausdrücklich Programm für alle – nicht für jeden – machen sollen, dürfen sie nicht immer Avantgarde sein. Dies sind programminhaltliche Fragen, die die Politik aufwerfen, aber nicht beantworten darf. Sie müssen unverstellt in den Anstalten und dort vor allem in den Gremien behandelt werden. So würden diese auch wieder mehr Akzeptanz in der Bevölkerung gewinnen.”

21.8.2022 Meine Erwiderung an den WDR.

21.8.2022 Um Kritik an der Gendersprache zu delegitimieren, wird diese Kritik gerne als “rechts” etikettiert. Wie das funktioniert, zeigt das “Recherchekollektiv Dokumentieren Gegen Rechts” eines gewissen in den USA ansässigen Brooke Kramer. Zum Artikel.
Strategie: Ad hominem mithilfe konstruierter “Kontaktschuld”.

19.8.2022 Welt: Das verrät ein erstaunliches Maß an Ignoranz – Stellungnahme von Josef Bayer, Manfred Bierwisch, Wolfgang Sternefeld, Ralf Vogel, Helmut Weiß und Gisela Zifonun zum Interview mit Damaris Nübling in der FAZ. Die Genannten sind an die WELT herangetreten, nachdem die FAZ sich geweigert hatte, ihre Stellungnahme zu dem Interview mit D. Nübling abzudrucken. Hier der Originaltext.

19.8.2022 Rückmeldung des WDR. – Darin heißt es: “Uns allen ist wichtig, dass möglichst alle Menschen sich von uns angesprochen fühlen und wir niemanden aus unserer Kommunikation ausschließen.” Und: “In Bezug auf gendergerechte Sprache gibt es keinen ARD-Standard”. Der WDR stellt fest, dass es sich beim Aufruf lediglich um eine “Meinungsäußerung” nicht aber um einen “wissenschaftlichen Fachbeitrag” handele, weshalb man ihn nicht näher kommentieren wolle.

19.8.2022 Nach CDU-Chef Merz wendet sich auch der Wirtschaftsrat der Union gegen das Gendern im ÖRR. Artikel in der Welt.

18.8.2022 Gendersprache in den Öffentlich-Rechtlichen: Dem Staat so nah, den Bürgern so fern In: Merkur.de. “Zu Recht haben Sprachforscher gerade angeprangert, dass eine sich selbst ermächtigende mediale Elite sich anmaßt, den „Zuschauenden“ gegen deren Willen eine Kunstsprache aufzuzwingen, die außerhalb der Elfenbeintürme der Universitäten, Staatsverwaltungen und Medienanstalten praktisch nirgendwo gesprochen wird.”

17.8.2022. Harry Nutt: Das öffentlich-rechtliche Programm wird noch gebraucht. BZ.

16.8.2022 Christine Olderdissen kommentiert in einem Newsletter von genderleicht.de den Aufruf.

16.8.2022 Die österreichische Zeitschrift “Die ganze Woche” berichtet. Die Überschrift zitiert Dieter Hallervorden.

15.8.2022 Bezugnahme auf den Aufruf in der Sendung Kontrovers
Gendersprache – gerecht oder gaga? (DLF). Studiogäste:
Prof. Carolin Müller-Spitzer, Sprachwissenschaftlerin Universität Mannheim, Leibniz-Institut für Deutsche Sprache, Heike Schmoll, Frankfurter Allgemeine Zeitung, Sandra Schulz Deutschlandfunk

15.8.2022. Die deutschsprachige Wikipedia erwähnt den Aufruf im Rahmen des Artikels Geschlechtergerechte Sprache. Der Einbindung waren langwierige Diskussionen vorausgegangen.

14.8.2022 Bericht bei n-tv. Statements von Neef, Kotthoff, Burel, Stefanowitsch.

12.8.2022 Linguistik vs. Gendern? Geht auch differenzierter! Podcast von Tobias Stosiek im BR.

11.8.2022 Rückmeldung des MDR-Rundfunkrats

10.8.2022 Heike Schmoll kommentiert in der FAZ: Öffentlich-rechtliche Umerziehung
Von Heike Schmoll – Rundfunk und Fernsehen muten den Nutzern eine sprachliche Erziehung zu, die ihnen nicht zusteht. “Der Kritik von Sprachforschern an dieser Selbstherrlichkeit haben sich inzwischen mehr als 170 Wissenschaftler angeschlossen. Sie haben zu Recht darauf hingewiesen, dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk und das Fernsehen eine sprachliche Vorbildfunktion hätten und sich deshalb an geltenden Sprachnormen orientieren sollten. Mit dem Kulturgut Sprache sollten sie deshalb regelkonform, verantwortungsbewusst und ideologiefrei umgehen.”

10.8.2022 Queeres Fernsehrat-Mitglied über Gendersprache im ZDF. Utopia.

8.8.2022 Antwort Fernsehrat ZDF

7.8.2022: Zustellung des Aufrufs an Rundfunkräte des ÖRR

7.8.2022: Berichterstattung in der NEUEN WESTFÄLISCHEN.

7.8.2022: Prof. Damaris Nübling (Mainz) nimmt in einem Interview in der FAS zum Aufruf Stellung. „Wir schütteln nur den Kopf darüber“ – “Diejenigen, die den Aufruf unterzeichnet haben, repräsentieren nicht die in Forschung und Lehre aktive germanistische Linguistik”. Bringt man es auf den Punkt, dann vertritt Frau Nübling die Auffassung, dass sich letztlich nur Genderlinguisten kompetent zu Fragen der Gendersprache äußern können. Am besten sollten diese Personen auch noch empirisch im Bereich der Psycholinguistik gearbeitet haben. Prof. Henning Lobin bei Twitter: “Großartiges Interview mit Damaris Nübling in der FAZ-Sonntagszeitung. Sie erläutert die Sicht der aktiven, gegenwärtigen germanistischen Linguistik auf das Thema Gendern.” Zum Interview hat Wolf Peter Klein eine persönliche Erwiderung an D. Nübling (8.8.22) formuliert.

5.8.2022: Kommentar in der NZZ. “In ihrer Bevorzugung des generischen Maskulinums gehören sie eher dem konservativen Lager an; über mögliche Kompromisse wie die Formulierung «Lokführerinnen und Lokführer», die ebenfalls regelkonform wäre, denken sie in ihrem Papier nicht nach.”

5.8.2022: Gendern: Darf der öffentlich-rechtliche Rundfunk zu einer Kunstsprache „erziehen“? Kommentar zum Aufruf von Tobias Riegel.

4.8.2022: Unterzeichnerzahl auf rund 200 gestiegen.
Berichterstattung über die Aktion in der tschechischen Seznam Zprávy.
Artikel Märkische Allgemeine: “Das hält kein Kopf aus”. (Interview mit Linguistin Uta Sändig)

2.8.2022: Das Leibniz-Institut für Deutsche Sprache plädiert in einer Pressemitteilung “für gegenseitige Toleranz” beim Thema „Gendern“. Aus der PM: “Die sprachliche Freiheit sollte uns ein hohes Gut sein. Die Forderung beispielsweise, der öffentlich-rechtliche Rundfunk müsse das Gendern unterlassen, läuft diesem Freiheitsgedanken gerade zuwider.”

2.8.2022: Berichterstattung im Fokus, BILD, BILD

1. Statement seitens des ZDF: „Es steht den Redaktionen sowie Moderatorinnen und Moderatoren frei, sprachliche Mittel für eine diskriminierungsfreie Ansprache zu finden“. Wie ein interner Leitfaden des Senders zeigt, betreibt das ZDF aktive Sprachplanung (Sprachpolitik). Das generische Maskulinum wird vom ZDF in dem Dokument als “unfaire” Form klassifiziert. Das ZDF ist erklärter Akteur von Sprachpolitik . Leitfaden 2020.

1.8.2022: Berichterstattung im DLF,

31.7.2022: Berichterstattung in der WELT, der FAZ

30.7. 2022: Veröffentlichung des Aufrufs. Rund 70 Unterzeichner.

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