Chronik

Dunkelrot gefettete Wörter = Weiterführende Links

30.7. 2022: Veröffentlichung des Aufrufs. Rund 70 Unterzeichner.

31.7.2022: Berichterstattung in der WELT, der FAZ

1.8.2022: Berichterstattung im DLF,

1. Statement seitens des ZDF: „Es steht den Redaktionen sowie Moderatorinnen und Moderatoren frei, sprachliche Mittel für eine diskriminierungsfreie Ansprache zu finden“. Wie ein interner Leitfaden des Senders zeigt, betreibt das ZDF aktive Sprachplanung (Sprachpolitik). Das generische Maskulinum wird vom ZDF in dem Dokument als “unfaire” Form klassifiziert. Das ZDF ist erklärter Akteur von Sprachpolitik . Leitfaden 2020.

2.8.2022: Berichterstattung im Fokus, BILD, BILD

2.8.2022: Das Leibniz-Institut für Deutsche Sprache plädiert in einer Pressemitteilung “für gegenseitige Toleranz” beim Thema „Gendern“. Aus der PM: “Die sprachliche Freiheit sollte uns ein hohes Gut sein. Die Forderung beispielsweise, der öffentlich-rechtliche Rundfunk müsse das Gendern unterlassen, läuft diesem Freiheitsgedanken gerade zuwider.”

4.8.2022: Unterzeichnerzahl auf rund 200 gestiegen.
Berichterstattung über die Aktion in der tschechischen Seznam Zprávy.
Artikel Märkische Allgemeine: “Das hält kein Kopf aus”. (Interview mit Linguistin Uta Sändig)

5.8.2022: Kommentar in der NZZ. “In ihrer Bevorzugung des generischen Maskulinums gehören sie eher dem konservativen Lager an; über mögliche Kompromisse wie die Formulierung «Lokführerinnen und Lokführer», die ebenfalls regelkonform wäre, denken sie in ihrem Papier nicht nach.”

5.8.2022: Gendern: Darf der öffentlich-rechtliche Rundfunk zu einer Kunstsprache „erziehen“? Kommentar zum Aufruf von Tobias Riegel.

7.8.2022: Prof. Damaris Nübling (Mainz) nimmt in einem Interview in der FAS zum Aufruf Stellung. „Wir schütteln nur den Kopf darüber“ – “Diejenigen, die den Aufruf unterzeichnet haben, repräsentieren nicht die in Forschung und Lehre aktive germanistische Linguistik”. Bringt man es auf den Punkt, dann vertritt Frau Nübling die Auffassung, dass sich letztlich nur Genderlinguisten kompetent zu Fragen der Gendersprache äußern können. Am besten sollten diese Personen auch noch empirisch im Bereich der Psycholinguistik gearbeitet haben. Prof. Henning Lobin bei Twitter: “Großartiges Interview mit Damaris Nübling in der FAZ-Sonntagszeitung. Sie erläutert die Sicht der aktiven, gegenwärtigen germanistischen Linguistik auf das Thema Gendern.” Zum Interview hat Wolf Peter Klein eine persönliche Erwiderung an D. Nübling (8.8.22) formuliert.

7.8.2022: Zustellung des Aufrufs an Rundfunkräte des ÖRR

7.8.2022: Berichterstattung in der NEUEN WESTFÄLISCHEN.

8.8.2022 Antwort Fernsehrat ZDF

10.8.2022 Heike Schmoll kommentiert in der FAZ: Öffentlich-rechtliche Umerziehung
Von Heike Schmoll – Rundfunk und Fernsehen muten den Nutzern eine sprachliche Erziehung zu, die ihnen nicht zusteht. “Der Kritik von Sprachforschern an dieser Selbstherrlichkeit haben sich inzwischen mehr als 170 Wissenschaftler angeschlossen. Sie haben zu Recht darauf hingewiesen, dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk und das Fernsehen eine sprachliche Vorbildfunktion hätten und sich deshalb an geltenden Sprachnormen orientieren sollten. Mit dem Kulturgut Sprache sollten sie deshalb regelkonform, verantwortungsbewusst und ideologiefrei umgehen.”

10.8.2022 Queeres Fernsehrat-Mitglied über Gendersprache im ZDF. Utopia.

11.8.2022 Rückmeldung des MDR-Rundfunkrats

12.8.2022 Linguistik vs. Gendern? Geht auch differenzierter! Podcast von Tobias Stosiek im BR.

14.8.2022 Bericht bei n-tv. Statements von Neef, Kotthoff, Burel, Stefanowitsch.

15.8.2022 Bezugnahme auf den Aufruf in der Sendung Kontrovers
Gendersprache – gerecht oder gaga? (DLF). Studiogäste:
Prof. Carolin Müller-Spitzer, Sprachwissenschaftlerin Universität Mannheim, Leibniz-Institut für Deutsche Sprache, Heike Schmoll, Frankfurter Allgemeine Zeitung, Sandra Schulz Deutschlandfunk

15.8.2022. Die deutschsprachige Wikipedia erwähnt den Aufruf im Rahmen des Artikels Geschlechtergerechte Sprache. Der Einbindung waren langwierige Diskussionen vorausgegangen.

16.8.2022 Christine Olderdissen kommentiert in einem Newsletter von genderleicht.de den Aufruf.

16.8.2022 Die österreichische Zeitschrift “Die ganze Woche” berichtet. Die Überschrift zitiert Dieter Hallervorden.

17.8.2022. Harry Nutt: Das öffentlich-rechtliche Programm wird noch gebraucht. BZ.

18.8.2022 Gendersprache in den Öffentlich-Rechtlichen: Dem Staat so nah, den Bürgern so fern In: Merkur.de. “Zu Recht haben Sprachforscher gerade angeprangert, dass eine sich selbst ermächtigende mediale Elite sich anmaßt, den „Zuschauenden“ gegen deren Willen eine Kunstsprache aufzuzwingen, die außerhalb der Elfenbeintürme der Universitäten, Staatsverwaltungen und Medienanstalten praktisch nirgendwo gesprochen wird.”

19.8.2022 Welt: Das verrät ein erstaunliches Maß an Ignoranz – Stellungnahme von Josef Bayer, Manfred Bierwisch, Wolfgang Sternefeld, Ralf Vogel, Helmut Weiß und Gisela Zifonun zum Interview mit Damaris Nübling in der FAZ. Die Genannten sind an die WELT herangetreten, nachdem die FAZ sich geweigert hatte, ihre Stellungnahme zu dem Interview mit D. Nübling abzudrucken. Hier der Originaltext.

19.8.2022 Rückmeldung des WDR. – Darin heißt es: “Uns allen ist wichtig, dass möglichst alle Menschen sich von uns angesprochen fühlen und wir niemanden aus unserer Kommunikation ausschließen.” Und: “In Bezug auf gendergerechte Sprache gibt es keinen ARD-Standard”. Der WDR stellt fest, dass es sich beim Aufruf lediglich um eine “Meinungsäußerung” nicht aber um einen “wissenschaftlichen Fachbeitrag” handele, weshalb man ihn nicht näher kommentieren wolle.

19.8.2022 Nach CDU-Chef Merz wendet sich auch der Wirtschaftsrat der Union gegen das Gendern im ÖRR. Artikel in der Welt.

21.8.2022 Meine Erwiderung an den WDR.

21.8.2022 Um Kritik an der Gendersprache zu delegitimieren, wird diese Kritik gerne als “rechts” etikettiert. Wie das funktioniert, zeigt das “Recherchekollektiv Dokumentieren Gegen Rechts” eines gewissen in den USA ansässigen Brooke Kramer. Zum Artikel.
Strategie: Ad hominem mithilfe konstruierter “Kontaktschuld”.

22.8.2022 Staatsminister Rainer Robra (CDU) in der FAZ: Beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk ist der Wurm drin. “Einrichtungen, die von allen zwangsfinanziert werden, sollten bei wichtigen, aber in der Gesellschaft umstrittenen Themen nicht immer an der Spitze stehen wollen, sei es in der Sprachpflege, im Umgang mit Diversitäten oder beim Durchbrechen sittlicher oder moralischer Schranken. Wie viel davon verträgt der normale Bürger? Wenn ARD und ZDF ausdrücklich Programm für alle – nicht für jeden – machen sollen, dürfen sie nicht immer Avantgarde sein. Dies sind programminhaltliche Fragen, die die Politik aufwerfen, aber nicht beantworten darf. Sie müssen unverstellt in den Anstalten und dort vor allem in den Gremien behandelt werden. So würden diese auch wieder mehr Akzeptanz in der Bevölkerung gewinnen.”

23.8.2022 Robert Sedlaczek: Die öffentlich-rechtlichen Medien in der Gender-Kritik. Wiener Zeitung

23.8.2022 Die Unterzeichnerzahl (Linguisten/Philologen) ist auf rund 300 gestiegen.

28.8.2022 Ist gendern links? Artikel von Ralf Vogel/Professor für germanistische Linguistik an der Universität Bielefeld. Aus dem Beitrag: “…und plötzlich verwandelt sich die gemeinsame Sprache von einem Allgemeingut quasi zum Eigentum einer selbsternannten „sprachsensiblen“ Sprachelite, die künftig über richtig und falsch in der Sprache bestimmt. (…) In dem Moment aber, wo diese spielerische Praxis den politischen Raum betreten hat, war alle Unbefangenheit dahin. Das Gendern wurde zu einem sprachlichen Parteiabzeichen. (…) Wenn es wirklich so wäre, dass wir uns bei der Verwendung generischer Maskulina ständig missverstehen, dann wäre uns das längst aufgefallen. Es gibt keinerlei Anhaltspunkte aus der Beobachtung der tatsächlich stattfindenden Kommunikation, dass dem so wäre.”

31.8.2022 Nichtgendern wird als “queerfeindlich” bezeichnet. Aktionsplan von Sven Lehmann, dem Queerbeauftragten der Bundesregierung (Ideologische Begründungen zur staatlich betriebenen umfassenden Implementierung von Gendersprache in der Gesellschaft). Hierzu auch SPIEGEL

3.9.2022 Gendern = Sprachplanung? Zur Kritik am ÖRR. BR/in der Reihe “Sozusagen”. Interview mit Prof. i.R. Franz Lebsanft zum Aufruf. Lebsanft bezeichnet Gendern als “Sprachplanung ohne Konsens der Sprachgemeinschaft” und kritisiert auch den hausinternen Genderleitfaden des ZDF. (Leitfaden von 2009).

5.9.2022 Der Fernsehsender 3sat fragt wg. eines Interviews an – es soll über den Aufruf berichtet werden (Ausstrahlung: 8.10.2022/19:20).

6.9.2022 Ingo Way: Gerechte Sprache, schwere Sprache. Artikel im Cicero (Bezahlschranke). Aufruf wird zitiert.

7.9.2022 Alle Intendanten des ÖRR wurden angeschrieben und um inhaltliche Stellungsnahme zum Aufruf gebeten.

8.9.2022 “Zuschauende”, die dem ZDF kritische Post zum Thema Gendern schicken, erhalten derzeit diese Standardantwort.

9.9.2022 Bei Merz‘ Frontalangriff gegen öffentlich-rechtliche Gendersprache bebt die Halle. WELT. Der Bundesvorsitzende der CDU Friedrich Merz greift beim CDU-Parteitag das Thema dieses Aufrufs auf. Merz: „Institutionen wie diese müssen Regeln akzeptieren. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk und Universitäten sind keine Volkserziehungsanstalten, sondern haben einen staatlichen Bildungsauftrag. (…) Halten Sie sich bitte an die Regeln zur Verwendung der deutschen Sprache, der Sprache von Goethe und Schiller. Privat können Sie tun und lassen, was Sie wollen.“

12.9.2022 Am 7.8.2022 hatte ich den Aufruf an alle Räte des ZDF-Fernsehrates geschickt. Bis heute kam eine einzige Rückmeldung. Diese stammt von Reinhard Klimmt. Er sagte zu, unser Anliegen im Rat einzubringen.

12.9.2022 Sprache hat nicht die Funktion, Gerechtigkeit abzubilden. Interview mit der Sprachwissenschaftlerin Prof. Katerina Stathi über das Gendern. Newsportal Westfälische Wilhelms-Universität Münster. Stathi: “Natürlicher Sprachwandel ist nicht abrupt, er braucht Zeit. Und Sprachwandel wird nicht verordnet – genau das ist aber bei der Genderpraxis der Fall. (…) Diese Praxis gibt es in bestimmten Kreisen, etwa in manchen Medien, der Politik und in akademischen Gruppen. Aber wenn Sie den Menschen auf der Straße zuhören, dann ist das generische Maskulinum nach wie vor der Normalfall. (…) Und es stimmt mich zudem bedenklich, dass wissenschaftliche Argumente ausgerechnet an vielen Bildungsinstitutionen keine Rolle mehr spielen.”

13.9.2022 Markus Lanz. Friedrich Merz (CDU) zum Thema Gendern im ÖRR (gleich zu Beginn).

13.9.2022 Jeanne Wellnitz: Warum es nicht „Gendersprache“ heißt. Auf genderleicht.de. Bezugnahme auf den Aufruf.

16.9.2022 Seit 2020 gibt es im ZDF einen aktualisierten internen Leitfaden für die Nutzung gendergerechter Sprache. Meine Bitte um Aushändigung des Leitfadens wird abschlägig beschieden: “Da es sich um ein internes Dokument handelt, kann ich Ihnen leider nicht weiterhelfen.”

16.9.2022. Die Intendanz des ZDF ist nach wie vor nicht bereit, sich mit dem Aufruf auseinanderzusetzen. Es macht für das ZDF offensichtlich keinen Unterschied, ob ein einzelner Zuschauer einen kritischen Brief schreibt oder ob dem Sender ein vielfach rezipierter und kommentierter öffentlicher Aufruf zugeht, der von über 300 Sprachexperten unterzeichnet wurde. Heute erhielt ich das Standardschreiben, das das ZDF momentan für alle Genderkritiker in der Schublade hat. Mit diesem Schreiben hatten wir uns schon kürzlich kritisch auseinandergesetzt. In dem Schreiben heißt es: „Sie werden sicherlich verstehen, dass Herr Dr. Norbert Himmler angesichts seiner vielfältigen Verpflichtungen nicht persönlich antworten kann.“ Nein, das werde ich nicht verstehen.

22.9.2022 ZDF-Chefredakteur Frey : Genderstern ist wohl nicht das Ende der Diskussion. FAZ. Frey: „Was uns unterstellt wird, nämlich dass wir in erzieherischer Absicht auf das Publikum einwirken, entspricht überhaupt nicht der Wirklichkeit.“

23.9.2022 Der Stern des Anstosses. Artikel aus dem Kulturteil der Allgemeinen Zeitung (Mainz)/Wiesbadener Kurier. Statements von Fabian Payr und Damaris Nübling. Nübling über den Aufruf: “Die aktive Linguistik befindet sich ganz woanders und hat da auch nicht unterschrieben.” Der Aufruf sei “unterkomplex”, da er neben den Kategorien Genus und Sexus die Kategorie Gender nicht einbinde.

28.9.2022 Der Bayerische Rundfunk wirbt in der Sendung RESPEKT
Diskriminiert Gendern?
für die Nutzung gendergerechter Sprache.

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