Aufruf: Wissenschaftler kritisieren Genderpraxis des ÖRR

Antwort des Hessischen Rundfunks

Sehr geehrte Frau Sturm und Herr Wagemann,

vielen Dank für ihre Nachricht zum Thema geschlechtersensible sprache (sic!).

mit (sic!) unseren programmangeboten (sic!) wollen wir alle hessinnen (sic!) und Hessen ansprechen und
Hessen in seiner Vielfalt verbinden. Als öffentlich-rechtlicher Rundfunk hat der Hessische Rundfunk (hr) eine gesellschaftliche Verantwortung, ist dem Gemeinwohl verpflichtet und engagiert sich für Toleranz und Chancengleichheit, für Vielfalt und Inklusion. Nach dem Hessischen Gleichstellungsgesetz erwächst uns hr-intern eine Verpflichtung zur Verwendung geschlechtersensibler Sprache. Extern hat die Verwendung gendersensibler Sprache eine weitergehende Bedeutung: Als öffentlich-rechtliches Medienhaus produziert der hr Programminhalte für die ganze Gesellschaft und repräsentiert die in der Gesellschaft vorhandene Vielfalt in den Programmangeboten und in den Belegschaften. Ein vielfältiges Programm ist Voraussetzung dafür, die Gesellschaft in allen ihren Facetten zu erreichen. In seinen Programmen verwendet der hr seit 2019 geschlechtersensible Sprache.
Seitdem hört und liest das Publikum in den hr-Programmen diese unterschiedlichen Formen: mit Sternchen oder ohne, mit neutralen Begriffen und Formulierungen sowie auch in der männlichen und weiblichen Beidnennung.

Die Ausgestaltung der Sprache ist dabei so vielfältig, wie sie auch in der Gesellschaft sowie unter unseren Reporter*innen vorkommt. Die Programme richten dabei ihre Sprechweise auf ihr Publikum aus. Auch thematisiert der hr diese Diskussion transparent und ausgewogen in seinen Programmen.

Hintergrund unserer Sprechweise ist, dass unsere Programmmacherinnen und Programmmacher viel mit Sprache arbeiten und sich bewusst sind: Sprache erzeugt Bilder in den Köpfen. „Künstler”, „Handwerker”, „Ärzte”, „Lehrer” – so wie es manche nur im generischen Maskulinum ausdrücken – sind in der Realität eben nicht ausschließlich männlich. Es ist uns aber ein Anliegen, dass sich alle Menschen davon angesprochen fühlen.

Uns ist durchaus bewusst, dass es unterschiedliche Perspektiven und Positionen zur Nutzung von geschlechtersensibler Sprache gibt. Wir können Ihnen versichern, dass sich dies auch innerhalb des hr widerspiegelt und wir entsprechende Entwicklungen beobachten. Zwar vertreten wir klar die Haltung, dass wir alle Menschen ansprechen wollen, dabei respektieren wir aber andere Meinungen und Haltungen und haben auch, wie oben genannt, eine eigene dazu.

Ich hoffe, Sie können unserer Argumentation folgen und verstehen, weshalb wir im hr geschlechtersensible Sprache in unterschiedlichen Ausgestaltungen verwenden.

Freundliche Grüße
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